Eine Brücke für Hamburg

Eine Brücke für Hamburg

Unser Kunde

Seit 2005 vereint die Hamburg Port Authority (HPA) alle hafenbezogenen Zuständigkeiten der Hamburger Behörden in einer Anstalt öffentlichen Rechts. Die HPA ist mit ihren knapp 1.800 Mitarbeitern verantwortlich für die gesamte Hafeninfrastruktur, die Hafenbahn, die Sicherheit des Schiffsverkehrs – und damit auch für alle 145 Brücken im Hafengebiet.
Der Neubau der Rethebrücke gehört zu den derzeit bedeutendsten Infrastrukturprojekten im Hafen.

© Ingenieurbüro Grassl
© Ingenieurbüro Grassl

Heute: Hubbrücke

Die bisherige Brücke wurde 1934 als kombinierte Hubbrücke für Schiene und Straße gebaut. Im Krieg stark zerstört, wurde sie in den Nachkriegsjahren notdürftig instandgesetzt. 1986 erfolgte ein großer Umbau, bei dem die Durchfahrtshöhe um 11,6 Meter vergrößert wurde. Zuletzt war die Brücke deutlich beschädigt, insbesondere der maschinenbauliche Antrieb. Deshalb und wegen des deutlich angestiegenen Verkehrsaufkommens wurde ein Neubau unausweichlich.
Zu cineastischen Ehren kam die Brücke übrigens 1962, als sie als Kulisse für den Edgar-Wallace-Film »Das Gasthaus an der Themse« genutzt wurde.

Morgen: Klappbrücke

Das Neubauprojekt ist ehrgeizig: Die neue bewegliche Brücke wird als zweiteilige, zweiflügelige Klappbrücke in Stahlbauweise errichtet. Es wird baulich getrennte Trassen für Schiene und Straße geben. Die Spannweite wird eindrucksvolle 104,20 Meter zwischen den Drehlagern betragen. Das Öffnen und Schließen realisieren zwei Hydraulikzylinder pro Klappe. Jeweils zwei Hydraulikaggregate an beiden Ufern stellen sicher, dass die Brücke auch beim Ausfall einer Pumpe noch betrieben werden kann. Gesteuert wird die Brücke ganz klassisch über eine Simatic S7 von Siemens. Damit sie bei einem Stromausfall autark bleibt, wird eine 120kVA USV und ein Notstromaggregat mit 400kVA installiert.
Die Klappbrücke wird nach ihrer Fertigstellung eine der größten ihrer Art in Europa sein. Die Fahrrinne wird dadurch um 20 Meter auf 64 Meter vergrößert.

Unsere Aufgabe

Als Projektingenieur für die Elektrotechnik ist unser Kollege Achim Meinke für alle Aktivitäten an den Nahtstellen zwischen verschiedenen beteiligten Zulieferern und des Bauherren verantwortlich. Damit stellt er sicher, dass Planung und Ausführung übereinstimmen. Zu Beginn des Einsatzes musste er sich zunächst über mehrere Wochen in die bereits vorhandenen Unterlagen einlesen.

Ein typischer Arbeitstag von Achim Meinke beginnt heute um 6 Uhr am Morgen – nicht zu früh, denn auch die Baustelle erwacht zeitig zum Leben und will betreut werden. Am Schreibtisch prüft er dann von den Zulieferern eingereichte Unterlagen: So beispielsweise alleine 7 Kartons mit Konstruktionsdokumenten für die Steuerung des maschinenbaulichen Antriebes. Die Bearbeitung der Papiere erfordert Durchhaltevermögen und Konzentration.
Doch er verbringt nicht seine gesamte Zeit im Büro: Auch auf der Baustelle und an den Vormontageorten ist er als Fachmann gefragt. Von der Brücke, die derzeit entseht, ist er noch immer beeindruckt: »Imposant!« antwortet er auf die Frage, wie das Bauwerk mit seinen 67 Meter langen Klappen auf ihn wirkt.

Und was ist der Erfolgsfaktor für seine Arbeit? »Man muss einen gewerkeübergreifenden Blick entwickeln – nur dann versteht man die Gründe für die Ausführung.«
Als Projektingenieur setzt er sich neben technischen auch mit organisatorischen Fragen und Aspekten der Abgrenzung von Lieferumfängen auseinander. Was macht ihm denn am meisten Spaß? »Wenn ich fachlich arbeiten kann« antwortet der Vollblutingenieur spontan.

2013-04-2Unser Mitarbeiter im Projekt:
Der Diplom-Ingenieur Achim Meinke kommt aus Neubrandenburg und verfügt über viele Jahre Erfahrung sowohl in der Projektierung von Steuerungen, als auch in der Programmierung und Inbetriebnahme von SPS-Steuerungen. Seine vielfältige Projekterfahrung verschaffte ihm das generalistische Wissen, das für seine Rolle im Hamburger Brückenprojekt so wichtig ist.
Wenn er sich nicht um die Brücke kümmert, widmet er seine Zeit einer seiner beiden Leidenschaften: Einmal ist das der Amateurfunk und dann natürlich seine Familie, zu der inzwischen auch 5 Enkel zählen.

 

Dieser Bericht erschien als MGA-Newsletter #17 (Download PDF, 900 KB)

2013-04-newsletter